Drohnenklassen C0 bis C6: Was die Klassenkennzeichen bedeuten

Jede neue Drohne für private Piloten trägt in der EU ein Klassenkennzeichen von C0 bis C6. Die Drohnenklassen legen fest, was das Gerät technisch können muss – und daraus folgt, wo Sie fliegen dürfen und welchen Nachweis Sie brauchen. Diese Seite erklärt jede Klasse und zeigt aktuelle Drohnen der Klassen C0, C1 und C2.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Klassen: C0 bis C4 sind für die genehmigungsfreie offene Kategorie gedacht, C5 und C6 für die spezielle Kategorie.
  • C0 (unter 250 Gramm): kein Nachweis vorgeschrieben, Flug in der Nähe von Menschen möglich.
  • C1 (unter 900 Gramm): EU-Kompetenznachweis A1/A3 nötig.
  • C2 (unter 4 Kilogramm): nah an Menschen nur mit dem EU-Fernpiloten-Zeugnis A2, sonst weit weg von bewohnten Gebieten.
  • Das Kennzeichen vergibt der Hersteller. Es steht auf der Drohne; selbst anbringen dürfen Sie es nicht.

Stand: Oktober 2026, geprüft am Wortlaut der Verordnungen (EU) 2019/945 und 2019/947 und an den Angaben des Luftfahrt-Bundesamts und der Plattform dipul des Bundesverkehrsministeriums.

Alle Drohnenklassen im Überblick

Die Klasse beschreibt die Drohne, die Unterkategorie den Flug. Aus der Klasse ergibt sich, in welcher Unterkategorie der offenen Kategorie Sie fliegen dürfen: A1 in der Nähe von Menschen, A2 mit Sicherheitsabstand, A3 weit weg von Menschen.

Klasse Startmasse Unterkategorie Nachweis des Piloten Fernidentifizierung
C0 unter 250 g A1 keiner vorgeschrieben nein
C1 unter 900 g A1 Kompetenznachweis A1/A3 ja
C2 unter 4 kg A2 oder A3 A2: A1/A3 und Fernpiloten-Zeugnis A2 · A3: A1/A3 ja
C3 unter 25 kg A3 Kompetenznachweis A1/A3 ja
C4 unter 25 kg A3 Kompetenznachweis A1/A3 nein
C5, C6 unter 25 kg keine, nur spezielle Kategorie eigenes Zeugnis für Standardszenarien ja

Was die Unterkategorien im Einzelnen erlauben, welche Abstände gelten und was für Drohnen ohne Kennzeichen gilt, lesen Sie im Ratgeber zu den Drohnen-Regeln. Die beiden Nachweise erklärt der Ratgeber zum Drohnenführerschein.

Klasse C0: die leichtesten Drohnen

Zur Klasse C0 gehören Drohnen mit einer Startmasse von weniger als 250 Gramm, einschließlich Zuladung. Sie fliegen höchstens 19 Meter pro Sekunde und kommen technisch nicht höher als 120 Meter über den Startpunkt. Mit einer C0-Drohne fliegen Sie in der Unterkategorie A1: Unbeteiligte Personen dürfen überflogen werden, Menschenansammlungen nie. Ein Nachweis ist nicht vorgeschrieben. Hat die Drohne eine Kamera, müssen Sie sich trotzdem als Betreiber registrieren.

Alle Modelle dieser Gewichtsklasse mit Filter finden Sie in unserer Übersicht Drohne ohne Führerschein.

Klasse C1: Kameradrohnen bis 900 Gramm

In die Klasse C1 fallen viele größere Kameradrohnen für Reise und Hobby. Die Startmasse liegt unter 900 Gramm; alternativ lässt die Verordnung zu, dass die Drohne bei einem Aufprall weniger als 80 Joule Energie überträgt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 19 Meter pro Sekunde.

Anders als C0 muss eine C1-Drohne einiges an Technik mitbringen: eine Fernidentifizierung, die Ihre Betreibernummer aussendet, eine Geo-Sensibilisierung, die geografische Gebiete berücksichtigt, eine Höhenbegrenzung, eine Warnung bei schwachem Akku und ein festgelegtes Verhalten bei Verbindungsverlust.

Sie fliegen in der Unterkategorie A1 und brauchen den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Menschenansammlungen dürfen Sie nicht überfliegen, und Sie müssen den Flug so planen, dass Sie voraussichtlich auch keine einzelnen Unbeteiligten überfliegen.

Klasse C2: bis 4 Kilogramm

Drohnen der Klasse C2 wiegen beim Start weniger als 4 Kilogramm. Zusätzlich zur Technik der Klasse C1 haben sie einen Langsamflugmodus, der die Geschwindigkeit auf höchstens 3 Meter pro Sekunde begrenzt, und eine gegen fremden Zugriff gesicherte Funkverbindung.

Mit C2 haben Sie die Wahl zwischen zwei Unterkategorien:

  • A2: mindestens 30 Meter Abstand zu Unbeteiligten, im Langsamflugmodus mindestens 5 Meter. Dafür brauchen Sie den Kompetenznachweis A1/A3 und das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2.
  • A3: mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. Dafür genügt der Kompetenznachweis A1/A3.

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Klassen C3 und C4: bis 25 Kilogramm

Beide Klassen reichen bis unter 25 Kilogramm Startmasse und fliegen in der Unterkategorie A3, also weit weg von Menschen und mit 150 Metern Abstand zu bewohnten und gewerblich genutzten Gebieten. Es genügt der Kompetenznachweis A1/A3.

  • C3 sind große Drohnen mit voller Technik: Fernidentifizierung, Geo-Sensibilisierung und Höhenbegrenzung. Ihre größte Abmessung muss unter 3 Metern liegen.
  • C4 sind Fluggeräte, die von Hand gesteuert werden und außer einer Flugstabilisierung keine automatischen Flugfunktionen haben. Fernidentifizierung und Geo-Sensibilisierung sind nicht vorgeschrieben. Typisch für diese Klasse sind Modellflugzeuge.

Klassen C5 und C6: für die spezielle Kategorie

C5 und C6 bauen auf der Klasse C3 auf und sind nicht für die offene Kategorie bestimmt. Sie sind für festgelegte Standardszenarien der speziellen Kategorie gedacht und setzen ein eigenes Zeugnis voraus. C5-Drohnen haben einen Langsamflugmodus mit höchstens 5 Metern pro Sekunde, C6-Drohnen fliegen bis zu 50 Meter pro Sekunde auf einer programmierten Bahn. Beide müssen eine Vorrichtung haben, mit der sich der Flug unabhängig vom Autopiloten beenden lässt. Für Hobbypiloten spielen diese Klassen keine Rolle.

Woran erkennen Sie die Klasse Ihrer Drohne?

  • Am Gerät: Das Klassenkennzeichen muss auf der Drohne selbst angebracht sein.
  • In der Anleitung: Der Hersteller muss die Klasse in seinen Unterlagen nennen.
  • In den technischen Daten: Viele Hersteller führen die Klasse dort auf, DJI zum Beispiel in der Zeile „Klasse“.

Das Klassenkennzeichen ist nicht dasselbe wie das CE-Zeichen: Eine neue Drohne für die offene Kategorie braucht beides, dazu eine Seriennummer. Achten Sie beim Kauf außerdem auf die Variante. Manche Modelle gibt es mit unterschiedlichen Akkus und damit in zwei Klassen. So ist die DJI Mini 5 Pro laut DJI in der Fly More Combo eine C0-Drohne, in der Fly More Combo Plus mit dem größeren Akku eine C1-Drohne.

Bekannte Drohnen und ihre Klasse

Drohne Klasse laut Hersteller
DJI Mini 4 Pro C0
DJI Neo 2 C0
DJI Flip C0
DJI Mini 5 Pro C0 oder C1, je nach Akku
DJI Air 3S C1
DJI Air 3 C1
DJI Avata 2 C1
DJI Avata 360 C1
DJI Mavic 4 Pro C2
DJI Mavic 3 Pro C2

Die Angaben stammen aus den technischen Daten von DJI, abgerufen im Oktober 2026. Weitere Modelle mit ihren Daten finden Sie unter Alle Drohnen.

Drohnen ohne Klassenkennzeichen

Viele ältere und viele günstige Drohnen tragen kein Klassenkennzeichen. Wurden sie vor 2024 in Verkehr gebracht, dürfen sie weiter fliegen: unter 250 Gramm in der Unterkategorie A1, darüber nur noch in A3. Drohnen ohne Kennzeichen, die seit 2024 neu in Verkehr gebracht wurden, dürfen laut dipul nur in der speziellen Kategorie betrieben werden. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt zu Bestandsdrohnen unserer Drohnen-Regeln.

Häufige Fragen zu den Drohnenklassen

Kann meine Drohne nachträglich eine Klasse bekommen?

Nur über den Hersteller. Er müsste für das Modell ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen; das Luftfahrt-Bundesamt nennt das aufwendig und für die meisten Anwenderdrohnen nicht lohnend. Als Besitzer dürfen Sie kein Klassenkennzeichen anbringen.

Verliert eine Drohne ihre Klasse durch Umbauten oder Zubehör?

Das kann passieren. Wer wesentliche Eigenschaften verändert, etwa die Höhenbegrenzung, muss das Kennzeichen entfernen und darf nur noch in der speziellen Kategorie fliegen. Bei Zubehör zählt das Gewicht: Mit Zuladung darf die Drohne weder die Grenze des Herstellers noch die ihrer Klasse überschreiten.

Wie hoch darf eine C0-Drohne fliegen?

Wie jede Drohne in der offenen Kategorie höchstens 120 Meter über Grund. Bei C0 kommt eine technische Grenze hinzu: Die Drohne erreicht höchstens 120 Meter über dem Startpunkt. In bergigem Gelände kann das strenger sein als die 120 Meter über Grund.

Für welche Klasse ist kein Nachweis vorgeschrieben?

Nur für die Klasse C0. Dasselbe gilt für ältere Drohnen ohne Kennzeichen unter 250 Gramm. Ab der Klasse C1 brauchen Sie den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Die Regeln müssen Sie in jedem Fall kennen und einhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Klasse und Kategorie?

Die Klasse (C0 bis C6) ist eine Eigenschaft der Drohne. Die Kategorie (offen, speziell, zulassungspflichtig) und die Unterkategorie (A1, A2, A3) beschreiben den Flug und seine Bedingungen.

Haben alle Drohnen mit Klassenkennzeichen eine Fernidentifizierung?

Nein. Vorgeschrieben ist sie für C1, C2, C3, C5 und C6. Die Klassen C0 und C4 brauchen keine.

Quellen

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder und wurde sorgfältig anhand der Rechtsvorschriften und der Angaben der zuständigen Behörden erstellt. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Rechtsvorschriften und die Auskünfte der Behörden.