
Drohnen, die ohne Führerschein geflogen werden dürfen.
Eine Drohne ohne Führerschein zu fliegen ist seit Einführung der EU-Drohnenverordnung zum 31.12.2020 nur noch mit Drohnen erlaubt, die weniger als 250 Gramm wiegen und vom Hersteller als Klasse C0 gekennzeichnet sind – oder mit älteren Drohnen und Eigenbauten unter 250 Gramm (siehe unten). Gemeint ist die höchstzulässige Startmasse einschließlich Nutzlast – genau 250 Gramm sind bereits zu viel.
Auch mit sogenannten „Bestandsdrohnen“, also solchen ohne Klassenkennzeichen, die vor dem 01.01.2024 in Verkehr gebracht wurden, dürfen Sie nach der EU-Drohnenverordnung weiterhin ohne Führerschein fliegen, sofern diese weniger als 250 Gramm wiegen. Auch Eigenbauten unter 250 Gramm sind hier mitinbegriffen, sofern sie langsamer als 19 m/s (rund 68 km/h) fliegen.
Vorsicht bei neuen Drohnen ohne C0-Kennzeichen: Viele günstige Drohnen, vor allem von weniger bekannten Herstellern aus China, wiegen zwar unter 250 Gramm, tragen aber kein Klassenkennzeichen. Wurde ein solches Gerät nach dem 31.12.2023 in Verkehr gebracht, darf es laut der Plattform dipul des Bundesverkehrsministeriums nur noch in der speziellen Kategorie betrieben werden – also nur mit Genehmigung und nicht mehr einfach ohne Führerschein. Ebenso äußert sich das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Von der österreichischen Austro Control ist uns dazu keine ausdrückliche Aussage bekannt; die EU-Verordnung gilt dort jedoch ebenso.
Der Stichtag gilt für das einzelne Gerät, nicht für das Modell, und lässt sich als Käufer kaum nachprüfen. Wer sichergehen möchte, wählt ein Modell mit C0-Kennzeichen. In der Liste am Ende dieses Artikels zeigt der Schalter „mit C0-Kennzeichen“ im Filter nur diese Modelle; an der Kachel erkennen Sie sie am Stichpunkt „Klasse: C0“.
Für alle anderen Drohnen benötigen Sie einen Drohnenführerschein. Welcher Nachweis für welche Drohnenklasse gilt und wie Sie ihn erwerben, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Seit Einführung der Regelung haben immer mehr Drohnenhersteller Modelle mit einem Aufstiegsgewicht von weniger als 250 Gramm in ihr Sortiment aufgenommen. Die unserer Meinung nach besten Drohnen dieses Segments finden Sie am Ende dieses Artikels.
Ein Verstoß gegen die oben genannten Vorschriften kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 € geahndet werden (§ 58 Luftverkehrsgesetz).
In Deutschland besteht für alle Multicopter eine generelle Versicherungspflicht, unabhängig von Gewicht, Klasse und Ausstattung. Die Deckungssumme muss mindestens 750.000 Sonderziehungsrechte (SZR) betragen. Auch in Österreich sind Drohnen versicherungspflichtig; die Nummer der Polizze wird dort bei der Registrierung angegeben.
In der Schweiz besteht eine Versicherungspflicht für Drohnen mit einem Gewicht ab 250 Gramm; die Deckungssumme muss dort mindestens 1 Million Franken betragen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Artikel Drohnen-Versicherungen.
Eine Registrierung als Betreiber wird immer dann erforderlich, wenn der Multicopter über eine Kamera verfügt – auch wenn er weniger als 250 Gramm wiegt. Ausgenommen sind nur Drohnen, die als Spielzeug im Sinne der EU-Spielzeugrichtlinie gelten. Für die Frage, ob Sie einen Führerschein benötigen, spielt die Kamera dagegen keine Rolle. Die Registrierung erfolgt in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA), in Österreich bei Austro Control und in der Schweiz beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL).
Nach Abschluss der Registrierung erhalten Sie als Betreiber eine sogenannte eID, die anschließend als Drohnen-Kennzeichen an der Drohne angebracht werden muss. Ein feuerfestes Schild ist dafür nicht mehr vorgeschrieben; auch ein QR-Code ist zulässig.
Auch ohne Führerschein gelten Flugregeln: Machen Sie sich mit der Anleitung des Herstellers vertraut, fliegen Sie höchstens 120 Meter hoch und nur in Sichtweite, überfliegen Sie keine Menschenansammlungen und beachten Sie Flugverbotszonen. Das Mindestalter für Fernpiloten liegt in Deutschland bei 16 Jahren; ausgenommen sind unter anderem C0-Drohnen, die als Spielzeug gelten.
Die folgende Liste zeigt alle Drohnen unter 250 Gramm aus unserem Vergleich – mit und ohne Klassenkennzeichen. Mit dem Schalter „mit C0-Kennzeichen“ im Filter schränken Sie die Liste auf Modelle ein, bei denen uns das Klassenkennzeichen bekannt ist. Bei allen anderen prüfen Sie bitte vor dem Kauf die Angaben des Herstellers.
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