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Mit dem EMAX Tinyhawk III Plus Freestyle RTF (oft auch „Tinyhawk 3 Plus Freestyle“ geschrieben) erhalten Sie ein komplettes FPV-Set in der analogen Ausführung: die Drohne, die Videobrille Transporter II, die Fernsteuerung EMAX E8, zwei Akkus und ein Ladegerät. „RTF“ steht für „ready to fly“ – alles ist aufeinander abgestimmt und ab Werk eingestellt.
Anders als viele Einsteiger-Sets ist der Tinyhawk keine Drohne mit Propellerschutz, sondern eine kleine Freestyle-Drohne mit offenen 2,5-Zoll-Propellern und einem Rahmen aus Kohlefaser. Sie wiegt ohne Akku nur 62,5 Gramm, fliegt laut EMAX höchstens 4 Minuten und ist für Flüge im Freien gedacht.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels kostet das Set auf Amazon 329,99 €.
FPV steht für „First Person View“: Eine kleine Kamera vorne an der Drohne sendet ihr Bild live in eine Videobrille. Sie sehen genau das, was die Drohne sieht, und fliegen, als säßen Sie selbst im Cockpit. Anders als bei einer klassischen Drohne mit Kamera geht es dabei nicht um ruhige Luftaufnahmen, sondern um das Fliegen selbst.
Beim Freestyle fliegen Sie Rollen, Saltos und enge Kurven um Bäume, Mauern und andere Hindernisse herum – ohne festen Parcours wie beim Racing. Genau dafür ist der Tinyhawk III Plus Freestyle gebaut: Er hat keine Höhenhaltung und kein GPS, dafür reagiert er direkt auf jede Bewegung der Steuerknüppel.
Das Set richtet sich an FPV-Einsteiger, die von Anfang an das „richtige“, manuelle Fliegen lernen möchten. Wer zuerst nur gemütlich schweben will, ist mit einem Set mit Höhenhaltung besser bedient. Laut EMAX ist das Set nicht für Personen unter 18 Jahren geeignet. Einen Überblick über weitere Modelle finden Sie in unserem Ratgeber zu FPV-Racing-Drohnen.
Der offene Rahmen des Tinyhawk III Plus Freestyle in X-Form.
Der Tinyhawk III Plus Freestyle hat einen Achsabstand von 110 mm und misst 100 × 104 × 22 mm. Der offene Rahmen in X-Form besteht aus einer Kohlefaser-Mischung („3K“). Vier bürstenlose Motoren mit 7.000 KV treiben 2,5-Zoll-Propeller von AVAN an, die ohne Schutzringe laufen.
Ohne Akku wiegt die Drohne laut EMAX 62,5 Gramm. Rahmen und Propeller sind sehr robust und stecken auch unsanfte Landungen gut weg. Ganz unverwüstlich ist der Tinyhawk aber nicht: Bei harten Einschlägen auf Beton kann trotzdem etwas brechen. Wegen der offenen Propeller ist er für Flüge in der Wohnung nicht geeignet.
Eine Drohnenklasse gibt der Hersteller nicht an. Ob Sie die Drohne ohne Drohnenführerschein fliegen dürfen, hängt deshalb nicht allein vom Gewicht ab. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Drohne ohne Führerschein. Für FPV-Drohnen ohne Klassenkennzeichen gelten zudem besondere Regeln: Häufig ist das Fliegen nur im Rahmen eines Modellflugverbands möglich. Bitte informieren Sie sich daher vor dem ersten Flug im Freien.
Wegen der verbauten Kamera müssen Sie sich außerdem beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren und ein Drohnen-Kennzeichen anbringen. Eine Drohnen-Versicherung ist in Deutschland für jede Drohne Pflicht. Wer mit Videobrille fliegt, braucht in der Regel einen Beobachter direkt neben sich, der die Drohne im Blick behält. Alle Details finden Sie in unserem Artikel zu den Drohnenregeln.
Vorne sitzt die FPV-Kamera RunCam Nano 6.
Der Tinyhawk III Plus Freestyle fliegt mit Betaflight, der verbreitetsten Software für FPV-Drohnen. EMAX hat sie ab Werk abgestimmt, Sie müssen nichts einstellen. Über einen Schalter an der Fernsteuerung wählen Sie zwischen drei Flugmodi:
Angle-Modus (Einsteiger): Die Drohne richtet sich selbst wieder gerade aus, sobald Sie die Steuerknüppel loslassen, und kippt nur bis zu einem bestimmten Winkel. Ideal für die ersten Flüge.
Horizon-Modus (Fortgeschrittene): Die Drohne stabilisiert sich weiterhin, erlaubt aber größere Neigungen und Überschläge.
Acro-Modus (Profis): Alle Begrenzungen fallen weg, die Drohne hält einfach die Lage, in die Sie sie steuern. Erst hier sind echte Freestyle-Figuren möglich. Diesen Modus sollten Sie zunächst im Simulator üben.
Wichtig zu wissen: Der Tinyhawk hat keine Höhenhaltung, kein GPS und keine Rückkehrfunktion. Die Höhe halten Sie in jedem Modus selbst mit dem Gashebel. Praktisch ist der Schildkrötenmodus (Turtle Mode): Liegt die Drohne nach einer Bruchlandung auf dem Kopf, drehen Sie sie per Schalter wieder um. Ein eingebauter Piepser hilft beim Wiederfinden, ist allerdings nur auf wenige Meter zu hören.
Ein schönes Detail ist die Wahl zwischen zwei Leistungsstufen: Mit beiden Akkus gleichzeitig (2S) fliegt der Tinyhawk mit voller Kraft. Mit nur einem Akku und der mitgelieferten Brücke (1S) ist er deutlich zahmer – gut für die ersten Flüge. Leichten bis mittleren Wind steckt die kleine Drohne nach unserem Eindruck gut weg. Eine Höchstgeschwindigkeit nennt EMAX nicht.
Im Set liegen zwei Akkus (1S HV, 650 mAh). Für einen Flug mit voller Leistung setzen Sie beide zusammen ein, Sie haben also eine Akkuladung pro Flug. Laut EMAX hält diese höchstens 4 Minuten, je nach Flugstil und Wind eher 3 bis 4 Minuten.
Das ist leider sehr kurz, auch wenn kleine FPV-Drohnen selten viel länger fliegen. Zum Vergleich: Das BETAFPV Aquila20 FPV Kit schafft ca. 10 Minuten pro Akku. Wir empfehlen Ihnen deshalb, gleich ein paar zusätzliche Akkus einzuplanen, sonst ist nach jedem Flug erst einmal Pause.
Geladen werden die Akkus mit der mitgelieferten USB-Ladeplatine. Eine Ladezeit gibt EMAX nicht an.
Das Videobild wird analog über 5,8 GHz übertragen. Ab Werk sendet die Drohne mit 25 mW, einstellbar sind bis zu 400 mW. Bitte beachten Sie: In Deutschland sind für FPV-Flüge ohne Amateurfunklizenz nur 25 mW erlaubt. Eine Reichweite nennt EMAX nicht. In der Praxis ist sie mit 25 mW eher kurz, hinter Bäumen oder Mauern reißt das Bild schnell ab. Gesteuert wird über das Funkprotokoll ExpressLRS (ELRS) auf 2,4 GHz.
Die Videobrille EMAX Transporter II.
Vorne am Tinyhawk sitzt die analoge FPV-Kamera RunCam Nano 6. Sie liefert das Livebild mit sehr geringer Verzögerung, das beim schnellen Fliegen wichtig ist. Angaben zu Sensor und Auflösung macht EMAX nicht. Wichtig zu wissen: Die Drohne selbst nimmt keine Videos auf – auch wenn bei Amazon „1080p“ angegeben ist.
Aufgezeichnet wird stattdessen in der Brille: Die Transporter II speichert das empfangene Bild auf einer microSD-Karte (8 bis 32 GB), die Sie allerdings separat kaufen müssen. Da nur das Funkbild gesichert wird, kommt die Qualität nicht an digitale HD-Systeme heran. Zum Anschauen gelungener Flüge oder zum Wiederfinden der Drohne nach einem Absturz reicht sie aber aus.
Die Transporter II ist eine sogenannte Kastenbrille mit einem 4,3-Zoll-Bildschirm (480 × 800 Pixel) und einem eingebauten Akku mit 1.300 mAh. Den richtigen Videokanal findet sie per automatischer Suche. Angaben für Brillenträger macht EMAX nicht. Wer länger beim Hobby bleibt, wechselt meist zu einem hochwertigeren Modell – eine Auswahl finden Sie in unserem Ratgeber zu FPV-Brillen.
Die Fernsteuerung EMAX E8 mit aufgesetztem Bildschirm.
Die Fernsteuerung EMAX E8 arbeitet mit dem verbreiteten Funkstandard ExpressLRS und lässt sich deshalb auch mit vielen anderen ELRS-Drohnen verwenden. Ihr Akku wird direkt im Gerät per USB-C geladen. Ob Sie lieber mit Gas links (Mode 2) oder rechts (Mode 1) fliegen, können Sie umstellen.
Sehr gut gefällt uns, dass Sie die E8 per Kabel an den Computer anschließen und als Controller für FPV-Simulatoren nutzen können. Gerade den Acro-Modus lernen Sie dort, ohne bei jedem Fehler eine Bruchlandung zu riskieren. Bei einer Drohne ohne Höhenhaltung ist das Üben im Simulator besonders sinnvoll.
Laut Lieferumfang liegt außerdem eine Halterung bei, mit der sich der Bildschirm an der Fernsteuerung befestigen lässt. So können auch Zuschauer oder der Beobachter das Livebild verfolgen.
Eine Alternative in ähnlicher Preisklasse ist das BETAFPV Aquila20 FPV Kit. Auch hier bekommen Sie ein analoges Komplettset aus Drohne, Brille, Fernsteuerung und zwei Akkus – allerdings mit einem ganz anderen Ansatz. Die wichtigsten Unterschiede:
Die Aquila20 ist die bessere Wahl, wenn Sie entspannt einsteigen und lange fliegen möchten. Der Tinyhawk III Plus Freestyle eignet sich für alle, die gleich manuell fliegen lernen und später Freestyle-Figuren fliegen wollen. Mit Betaflight lernen Sie außerdem die Software kennen, die auch bei größeren FPV-Drohnen zum Einsatz kommt.
Das komplette Set mit Drohne, Brille, Fernsteuerung und Akkus.
Eine microSD-Karte für die Aufnahmen in der Brille ist nicht enthalten.
Das gefällt uns:
Das gefällt uns weniger:
Das EMAX Tinyhawk III Plus Freestyle RTF ist ein Komplettset für alle, die das FPV-Fliegen von Grund auf lernen möchten – mit einer echten kleinen Freestyle-Drohne statt einer Drohne mit Propellerschutz und Schwebehilfe. Drohne, Brille und Fernsteuerung sind aufeinander abgestimmt und ab Werk eingestellt.
Besonders überzeugen uns der robuste Rahmen, die ab Werk gelungene Abstimmung mit Betaflight und die Wahl zwischen zahmer 1S- und kräftiger 2S-Leistung. Mit nur 62,5 Gramm ohne Akku und der vielseitigen E8-Fernsteuerung mit ELRS bekommen Sie eine gute Grundlage, auf der Sie lange aufbauen können.
Abstriche müssen Sie bei der Flugzeit von höchstens 4 Minuten machen, für die zudem beide Akkus nötig sind. Ohne Höhenhaltung sind die ersten Flüge anspruchsvoll, und vor Flügen im Freien sollten Sie die rechtliche Lage klären, da der Hersteller keine Drohnenklasse angibt. Wer entspannter einsteigen möchte, ist mit dem BETAFPV Aquila20 FPV Kit oder dem kleineren BETAFPV Aquila16 FPV Kit besser bedient.
Wenn Sie bereit sind, ein wenig im Simulator zu üben, und ein paar zusätzliche Akkus einplanen, ist der Tinyhawk ein spannender Einstieg in das Freestyle-Fliegen, und wir können Ihnen das EMAX Tinyhawk III Plus Freestyle RTF wärmstens empfehlen!
| Typ | Mini Drohne, Multicopter, Quadrocopter |
| Marke | Tiny Hawk |
| Art | Racing |
| Kamera | 1080p (Full HD) |
| Propellerschutz | Nein |
| Gewicht | 0 - 250 g |
| Preis | 150 - 500 € |
| Gimbal | Nein |
| GPS | Nein |
| Faltbar | Nein |

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