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Die DJI Avata 360 ist die erste 360°-Drohne von DJI und die Weiterentwicklung der Avata 2. Sie verbindet das Fluggefühl einer FPV-Drohne, bei der Sie den Flug über eine Videobrille aus der Sicht der Drohne erleben, mit einer Kamera, die in alle Richtungen gleichzeitig filmt. DJI hat das Modell im März 2026 vorgestellt.
Zwei Kameras mit je einem 1/1,1-Zoll-Sensor nehmen zusammen ein Rundumbild in 8K mit bis zu 60 fps auf. Den Bildausschnitt und die Blickrichtung legen Sie erst nach dem Flug fest. Alternativ filmt die Drohne im Einzelobjektiv-Modus klassisch nach vorne in 4K mit bis zu 60 fps.
Mit einem Akku bleibt die Avata 360 laut DJI ca. 23 Minuten in der Luft, die Reichweite beträgt bis zu 10 km (CE) in Europa. Dazu kommt eine omnidirektionale Hinderniserkennung, die es beim Vorgänger noch nicht gab. Wir stellen Ihnen hier die Motion Fly More Combo mit FPV-Brille, Bewegungssteuerung und drei Akkus vor.
Die Motion Fly More Combo mit Brille, Controller und Ladestation.
Die DJI Avata 360 ist in vier Versionen erhältlich. Die Drohne ohne Steuerung (UVP 459 Euro) richtet sich an alle, die bereits eine passende Brille oder Fernsteuerung von DJI besitzen. Daneben gibt es ein Set mit der Fernsteuerung DJI RC 2 (UVP 719 Euro), die ein eigenes Display besitzt.
Die beiden großen Pakete kosten laut Hersteller jeweils 939 Euro (UVP zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels) und enthalten drei Akkus, eine Ladestation und eine Tasche. Der Unterschied liegt in der Steuerung: Der Fly More Combo (DJI RC 2) liegt die klassische Fernsteuerung bei, der hier vorgestellten Motion Fly More Combo die FPV-Brille DJI Goggles N3 und die Bewegungssteuerung DJI RC Motion 3.
Diese Entscheidung sollten Sie gut überlegen, denn sie bestimmt, wie Sie fliegen. Mit der Brille erleben Sie den Flug mittendrin, mit der RC 2 fliegen Sie wie mit einer gewöhnlichen Kameradrohne und haben Zugriff auf die automatische Motivverfolgung. Mehr dazu lesen Sie weiter unten bei den Flug- und Aufnahmemodi.
Die DJI Avata 360 mit fest verbautem Propellerschutz.
Die DJI Avata 360 ist nicht faltbar und misst 246 x 199 x 55,5 mm. Alle vier Propeller sitzen in einem fest integrierten Propellerschutz, der bei leichten Berührungen mit Hindernissen Schlimmeres verhindert. An der Front sitzt der drehbare Kamerakopf mit den beiden Objektiven. Sehr gut gefällt uns, dass sich die Frontlinsen austauschen lassen. Ein Kratzer bedeutet also nicht gleich eine teure Reparatur. Wasserdicht ist die Drohne allerdings nicht.
Mit einem Abfluggewicht von ca. 455 Gramm gehört die Kameradrohne zur Klasse C1. Für den Betrieb benötigen Sie daher den kleinen Drohnenführerschein (EU-Kompetenznachweis A1/A3). Außerdem müssen Sie sich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren und Ihre Registrierungsnummer in Form eines feuerfesten Drohnen-Kennzeichens an der Drohne anbringen.
Bitte beachten Sie, dass in Deutschland eine Drohnen-Versicherung für jede Drohne Pflicht ist. Wenn Sie mit der FPV-Brille fliegen, benötigen Sie zudem eine zweite Person (Spotter), welche die Drohne permanent im Blick behält. Alle Details finden Sie in unserem Artikel zur EU-Drohnenverordnung.
Rundum-Hinderniserkennung, Propellerschutz und wechselbare Frontlinse.
Zur Positionsbestimmung nutzt die DJI Avata 360 die Satellitensysteme GPS, Galileo und BeiDou. Die Rückkehr zum Startpunkt (Return-to-Home) funktioniert auch bei wenig Licht.
Der größte Fortschritt ist die omnidirektionale Hinderniserkennung. Kameras überwachen die Umgebung in alle Richtungen, nach vorne arbeitet zusätzlich ein LiDAR-Sensor, der Abstände per Laser misst, und nach unten ein Infrarotsensor. Nach vorne und unten reicht die Erkennung bis zu 20 Meter weit, in die übrigen Richtungen bis zu 18 Meter. Laut DJI funktioniert das System schon ab einer Helligkeit von 1 Lux, also auch in der Dämmerung.
Bitte beachten Sie jedoch zwei Einschränkungen: Die Rundum-Erkennung arbeitet nur im 360°-Modus. Im Einzelobjektiv-Modus überwacht die Drohne lediglich den Bereich nach vorne. Zudem werden dünne Äste nicht zuverlässig erkannt. Blind verlassen sollten Sie sich auf die Sensoren also nicht.
Geflogen wird in drei Stufen: Im Cine-Modus ist die Drohne mit bis zu 21,6 km/h (6 m/s) besonders sanft unterwegs, im Normal-Modus erreicht sie bis zu 57,6 km/h (16 m/s) und im Sport-Modus bis zu 64,8 km/h (18 m/s). DJI gibt einen Windwiderstand von bis zu 38,5 km/h (10,7 m/s) an.
In der Luft liegt die Avata 360 sehr stabil. Durch das höhere Gewicht ist sie aber spürbar weniger wendig als die Avata 2: In engen Kurven driftet sie leicht nach außen und braucht einen längeren Bremsweg. Nicht so gut finden wir außerdem das hochfrequente Motorgeräusch, mit dem die Drohne deutlich auffällt. Einen manuellen Modus für freien Kunstflug gibt es leider nicht.
In der Motion Fly More Combo steuern Sie die Drohne mit der DJI RC Motion 3. Diese Bewegungssteuerung halten Sie in einer Hand, und die Drohne folgt den Bewegungen Ihres Handgelenks. Das ist deutlich intuitiver als das Fliegen mit zwei Steuerknüppeln und gelingt auch Einsteigern schnell.
Das Livebild sehen Sie in der FPV-Brille DJI Goggles N3. Sie zeigt das Bild auf einem 3,5 Zoll großen Display in Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) mit bis zu 60 Hz und einem Sichtfeld von 54°. Die Brille wiegt mit Stirnband und Akku ca. 536 Gramm und hält ca. 2,7 Stunden durch. Eine Dioptrien-Einstellung gibt es nicht, Brillenträger können ihre eigene Brille aber darunter tragen.
Besonders eindrucksvoll ist die Kopfsteuerung (Head Tracking): Drehen Sie den Kopf, schauen Sie sich im 360°-Bild um, ohne dass die Drohne ihre Flugrichtung ändert. Sie können also geradeaus fliegen und gleichzeitig zur Seite oder nach hinten blicken.
Die Avata 360 lässt sich auch ohne Brille fliegen, nämlich mit den Fernsteuerungen DJI RC 2, RC-N2 und RC-N3. Diese sind in der Motion Fly More Combo nicht enthalten. Für den Schnitt der 360°-Aufnahmen stehen die App DJI Fly für das Smartphone und das Programm DJI Studio für den Computer bereit.
Die beworbenen 20 km gelten nur in den USA, in Europa sind bis zu 10 km möglich.
Die Flugzeit der DJI Avata 360 beträgt laut Hersteller ca. 23 Minuten pro Akku. Dieser Wert wird allerdings nur unter Idealbedingungen erreicht. In der Praxis sollten Sie eher mit ca. 14 bis 18 Minuten rechnen. Umso besser, dass der Motion Fly More Combo gleich drei Akkus beiliegen.
Die Li-Ion-Akkus (14,32 V, 2.700 mAh) werden in der mitgelieferten Ladestation geladen, und zwar alle drei gleichzeitig. Mit einem 100-Watt-Netzteil dauert das ca. 100 Minuten, ein einzelner Akku ist nach ca. 47 Minuten voll. Direkt in der Drohne benötigt ein Akku ca. 73 Minuten. Bitte beachten Sie, dass ein Netzteil laut Lieferumfang nicht enthalten ist.
Für die Bildübertragung kommt DJIs O4+-Technik zum Einsatz, die das Livebild in 1080p mit bis zu 60 fps (im Einzelobjektiv-Modus bis zu 100 fps) in die Brille bringt. Die Reichweite beträgt bis zu 10 km (CE) in Europa bzw. bis zu 20 km (FCC) in den USA. Die häufig beworbenen 20 km gelten hierzulande also nicht.
Zwei 1/1,1-Zoll-Sensoren filmen im 360°-Modus in 8K mit bis zu 60 fps.
Im Kamerakopf der DJI Avata 360 stecken zwei Kameras, die in entgegengesetzte Richtungen blicken. Jede besitzt einen quadratischen 1/1,1-Zoll-CMOS-Sensor mit 64 Megapixeln, ein Sichtfeld von 200° und eine lichtstarke Blende von f/1.9. Aus beiden Bildern errechnet die Drohne eine vollständige Rundumsicht. Geworben wird häufig mit „1 Zoll“, tatsächlich sind die Sensoren laut den technischen Daten von DJI etwas kleiner.
Im 360°-Modus filmt die Drohne in 8K (7.680 x 3.840 Pixel) mit bis zu 60 fps, alternativ in 6K. Der große Vorteil: Sie müssen sich während des Fluges nicht um die Kamera kümmern. Welchen Ausschnitt das fertige Video zeigt und wohin die Kamera schwenkt, entscheiden Sie erst hinterher am Smartphone oder Computer.
Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, und hat tatsächlich einen Haken. Die 8K verteilen sich auf das gesamte Kugelbild. Der Ausschnitt, den Sie am Ende für ein normales Video wählen, ist deutlich kleiner und liegt in der Schärfe eher auf Full-HD-Niveau. Wer zusätzlich hineinzoomt, verliert weiter an Qualität.
Im Einzelobjektiv-Modus nutzt die Drohne nur eine Kamera und filmt wie eine klassische FPV-Drohne nach vorne, und zwar in 4K (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 60 fps. Für Zeitlupen stehen in 2,7K bis zu 120 fps bereit. 360°-Fotos nimmt die Avata 360 mit 30 oder 120 Megapixeln auf.
Für ruhige Aufnahmen sorgt ein mechanischer 1-Achsen-Gimbal, also eine motorisierte Aufhängung, welche die Neigung der Kamera ausgleicht. Hinzu kommen ein virtueller 360°-Gimbal und die elektronische Stabilisierung RockSteady 3.0. Mit der Brille hält HorizonBalancing außerdem den Horizont gerade. Gespeichert wird mit bis zu 180 Mbit/s im Format H.265, für die Nachbearbeitung der Farben gibt es das flache Farbprofil D-Log M.
Sehr gut gefällt uns der interne Speicher mit 42 GB, sodass Sie auch ohne Speicherkarte sofort loslegen können. Zusätzlich lässt sich eine microSD-Karte (empfohlen bis 1 TB) einsetzen. Das ist auch nötig, denn die Dateien werden sehr groß. Auf das Smartphone übertragen Sie Ihre Aufnahmen kabellos per Wi-Fi 6.
Zu den Schwächen gehört, dass das Bild bei wenig Licht sichtbar rauscht und dass an der Nahtstelle der beiden Kamerabilder Verzerrungen auftreten können. Außerdem ist die Nachbearbeitung aufwendig und kostet Zeit. Wer nur klassische FPV-Videos nach vorne filmen möchte, erhält mit der Avata 2 die bessere Bildqualität.
Links der 360°-Modus, rechts der Einzelobjektiv-Modus.
Mit Brille und Motion Controller stehen Ihnen bei der DJI Avata 360 vier Flug- und Aufnahmemodi zur Verfügung:
360°-Modus: Beide Kameras filmen gleichzeitig und erfassen die komplette Umgebung in 8K. Den Bildausschnitt wählen Sie erst nach dem Flug. In diesem Modus arbeitet auch die Rundum-Hinderniserkennung.
Einzelobjektiv-Modus: Die Drohne filmt nur nach vorne und liefert klassische FPV-Aufnahmen in 4K mit bis zu 60 fps. Die Hinderniserkennung arbeitet hier nur nach vorne.
Kopfsteuerung: Sie sehen sich durch Kopfbewegungen frei im 360°-Bild um, während die Drohne ihren Kurs hält. Das funktioniert nur mit der Brille.
Easy ACRO: Auf Knopfdruck fliegt die Drohne Kunstflug-Figuren wie einen Flip, einen 180°-Drift oder einen Slide. Das sieht spektakulär aus, ersetzt aber keinen echten manuellen Modus, da die Figuren automatisch ablaufen.
Leider gibt es einen wichtigen Haken: Die automatische Motivverfolgung ActiveTrack 360° und die QuickShots, also vorprogrammierte Flugmanöver für kurze Videoclips, funktionieren laut DJI nur mit einer Standard-Fernsteuerung wie der DJI RC 2. Mit Brille und Motion Controller stehen sie nicht zur Verfügung. Wenn Sie sich vor allem selbst beim Radfahren oder Skifahren filmen möchten, ist die Variante mit RC 2 für Sie die bessere Wahl.
Gegenüber der DJI Avata 2 hat DJI das Konzept deutlich verändert. Aus der reinen FPV-Drohne ist eine Mischung aus FPV- und Kameradrohne geworden. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Die Avata 360 ist also nicht in jedem Punkt die bessere Drohne. Sie ist schwerer und träger, während sich die Avata 2 direkter und sportlicher fliegt und im manuellen Modus in der EU bis zu 68,4 km/h (19 m/s) erreicht.
Der Umstieg lohnt sich für alle, die vor allem filmen, den Bildausschnitt nachträglich wählen möchten und Wert auf die Sicherheit der Rundum-Sensoren legen. Wer dagegen sportlich fliegen und den manuellen Modus nutzen will, bleibt besser bei der Avata 2.
Der Lieferumfang der Motion Fly More Combo.
Dies ist der Lieferumfang der Motion Fly More Combo. Ein Netzteil und eine microSD-Karte sind nicht aufgeführt und müssen bei Bedarf separat erworben werden. Die Fly More Combo (DJI RC 2) enthält statt Brille und Motion Controller die Fernsteuerung DJI RC 2.
Die DJI Avata 360 ist eine außergewöhnliche Drohne. Sie richtet sich an alle, die das FPV-Fliegen mit Brille erleben und dabei Aufnahmen machen möchten, die mit einer gewöhnlichen Drohne nicht möglich sind.
Besonders überzeugen uns die 360°-Kamera mit 8K bei bis zu 60 fps, bei der Sie den Bildausschnitt erst nach dem Flug wählen, und die omnidirektionale Hinderniserkennung mit LiDAR. Dazu kommen der Einzelobjektiv-Modus mit 4K bei bis zu 60 fps, 42 GB interner Speicher, eine Reichweite von bis zu 10 km (CE) und in der Motion Fly More Combo gleich drei Akkus mit jeweils ca. 23 Minuten Flugzeit laut Hersteller.
Abstriche müssen Sie bei der Wendigkeit, der Lautstärke und der Bildqualität bei wenig Licht machen. Die Nachbearbeitung der 360°-Videos kostet Zeit, und der gewählte Bildausschnitt erreicht keine echte 8K-Schärfe. Zudem fehlen mit Brille und Motion Controller die Motivverfolgung und die QuickShots. Mit ca. 455 Gramm benötigen Sie außerdem den kleinen Drohnenführerschein. Wer es kleiner und günstiger mag, sollte sich die DJI Neo 2 ansehen.
Wenn Sie sich auf das Konzept einlassen, erhalten Sie mit der DJI Avata 360 ein Fluggerät, das enorm viel Spaß macht und kreative Freiheiten bietet wie kaum eine andere Drohne. Wir können Ihnen das Modell wärmstens empfehlen!
| Typ | Multicopter, Quadrocopter |
| Marke | DJI Drohnen |
| Art | Normal |
| Kamera | 8K |
| Propellerschutz | Ja |
| Gewicht | 250 g - 900 g |
| Preis | Über 500 € |
| Gimbal | Ja |
| GPS | Ja |
| Faltbar | Nein |

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