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Die DJI Air 3S ist eine faltbare Drohne der gehobenen Mittelklasse, die DJI im Oktober 2024 als Nachfolgerin der DJI Air 3 vorgestellt hat. Der Hersteller positioniert sie als Reisedrohne für alle, die mehr Bildqualität wünschen, als die kleinen Modelle unter 250 Gramm bieten.
Das Herzstück sind zwei Kameras: eine Weitwinkelkamera mit 1-Zoll-Sensor und 50 Megapixeln sowie eine Telekamera mit 70 mm Brennweite und 48 Megapixeln. Beide filmen in 4K mit bis zu 60 fps, für Zeitlupen stehen in 4K sogar 120 fps bereit. Mit einem Akku bleibt die Drohne laut DJI bis zu 45 Minuten in der Luft, die Reichweite beträgt bis zu 10 km (CE) in Europa.
Dazu kommen eine omnidirektionale Hinderniserkennung mit zusätzlichem LiDAR-Sensor für Flüge bei Dunkelheit und 42 GB interner Speicher. Wir stellen Ihnen hier die Fly More Combo mit der Fernsteuerung DJI RC 2 vor, bei der drei Akkus und ein Controller mit eigenem Bildschirm im Paket liegen.
Die DJI Air 3S ist in drei Versionen erhältlich. Die Standard-Variante enthält die Drohne, die Fernsteuerung DJI RC-N3 und einen Akku (UVP 1.099 Euro). Die Fly More Combo mit DJI RC-N3 bringt zusätzlich drei Akkus, eine Ladestation, ND-Filter und eine Tasche mit (UVP 1.399 Euro).
Die hier vorgestellte Fly More Combo mit DJI RC 2 ist das größte Paket. Sie unterscheidet sich von der zweiten Variante durch die Fernsteuerung mit eingebautem Bildschirm, sodass Sie zum Fliegen kein Smartphone benötigen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1.599 Euro. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels war das Set bei Amazon für 1.299 Euro erhältlich.
Die DJI Air 3S mit Fernsteuerung, Akkus, Ladestation & Tasche.
Die DJI Air 3S kommt im typischen grauen Design der Air-Serie daher und lässt sich für den Transport zusammenfalten. Gefaltet misst sie ca. 214 x 101 x 89 mm, ausgeklappt ca. 266 x 325 x 106 mm. Damit passt sie nicht mehr in die Jackentasche, findet aber problemlos in der mitgelieferten Umhängetasche Platz.
Mit einem Abfluggewicht von 724 Gramm gehört die Kameradrohne zur Klasse C1. Anders als bei den leichten Modellen unter 250 Gramm benötigen Sie deshalb aktuell den EU-Kompetenznachweis, den sogenannten kleinen Drohnenführerschein. Dafür absolvieren Sie ein Online-Training und bestehen anschließend einen Online-Test.
Bitte beachten Sie außerdem, dass Sie sich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren und Ihre Registrierungsnummer in Form eines feuerfesten Drohnen-Kennzeichens an der Drohne anbringen müssen. Die Betreiber-ID hinterlegen Sie zusätzlich in der App DJI Fly, damit die Drohne sie per Remote-ID aussenden kann.
In Deutschland ist zudem eine Drohnen-Versicherung für jede Drohne Pflicht. Alle Details finden Sie in unserem Artikel zur EU-Drohnenverordnung.
Zur Positionsbestimmung nutzt die DJI Air 3S die Satellitensysteme GPS, Galileo und BeiDou. Dadurch hält sie ihre Position in der Luft sehr genau. Start und Landung erfolgen bequem per Knopfdruck.
Geflogen wird in drei Stufen: Im Cine-Modus reagiert die Drohne besonders sanft, der Normal-Modus ist für den Alltag gedacht und im Sport-Modus erreicht sie in der EU bis zu 68,4 km/h (19 m/s). Steigen und sinken kann die Drohne mit bis zu 10 m/s.
Sehr gut gefällt uns die Stabilität bei Wind: DJI gibt einen Windwiderstand von bis zu ca. 43 km/h (12 m/s) an. Gerade an der Küste oder in den Bergen ist das ein klarer Vorteil gegenüber den leichten Mini-Drohnen.
Ebenfalls an Bord ist eine weiterentwickelte automatische Rückkehr (Smart RTH). Die Drohne merkt sich die geflogene Route und findet laut DJI auch bei Nacht oder ohne ausreichendes Satellitensignal sicher zum Startpunkt zurück.
In dieser Variante steuern Sie die Drohne mit der DJI RC 2. Sie besitzt ein fest eingebautes 5,5-Zoll-Display in Full HD mit einer Helligkeit von 700 Nits. Die App DJI Fly ist bereits installiert. Sie müssen also weder Ihr Smartphone einklemmen noch ein Kabel anschließen und sind nach dem Einschalten sofort startklar.
Die Fernsteuerung wiegt ca. 420 Gramm, ihr Akku (6.200 mAh) hält laut DJI bis zu 3 Stunden durch und ist in ca. 1,5 Stunden wieder geladen. Für Bildschirmaufnahmen stehen 32 GB Speicher sowie ein Steckplatz für microSD-Karten zur Verfügung.
Hinderniserkennung und automatische Rückkehr funktionieren auch bei Nacht.
Die DJI Air 3S verfügt über eine omnidirektionale Hinderniserkennung. Sichtsensoren überwachen die Umgebung nach vorne, hinten, oben, unten und zu den Seiten, ein Infrarotsensor misst zusätzlich den Abstand zum Boden. Je nach Richtung erkennt die Drohne Hindernisse in einer Entfernung von bis zu 18 bzw. 30 Metern.
Die Besonderheit ist der nach vorne gerichtete LiDAR-Sensor. LiDAR misst Entfernungen mit Laserlicht und ist deshalb nicht auf Tageslicht angewiesen. Bei Nacht erkennt der Sensor Hindernisse in Flugrichtung auf bis zu 25 Meter. Das macht Flüge in der Dämmerung und bei Stadtaufnahmen am Abend deutlich sicherer.
Bitte beachten Sie jedoch, dass das LiDAR nur nach vorne arbeitet. Zu den Seiten, nach hinten und nach oben ist die Drohne auf ihre Sichtsensoren angewiesen. Diese benötigen laut DJI etwas Restlicht und erkennbare Strukturen. In völliger Dunkelheit sollten Sie sich daher nicht blind auf die Technik verlassen.
Mit der DJI RC 2 fliegen Sie ohne Smartphone.
Die Flugzeit der DJI Air 3S beträgt laut Hersteller bis zu 45 Minuten pro Akku. Bitte beachten Sie, dass dieser Wert nur unter Idealbedingungen erreicht wird. Im Schwebeflug nennt DJI bis zu 41 Minuten. In der Fly More Combo liegen drei Akkus bei, sodass Sie rechnerisch auf bis zu 135 Minuten Flugzeit kommen.
Die Li-Ion-Akkus (14,6 V, 4.276 mAh) laden Sie in der mitgelieferten Ladestation, die drei Akkus nacheinander befüllt. Mit einem 100-Watt-Netzteil dauert das ca. 60 Minuten pro Akku, mit einem 65-Watt-Ladegerät ca. 80 Minuten.
Nicht so gut finden wir, dass trotz des hohen Preises kein Ladegerät im Lieferumfang enthalten ist. Es liegt lediglich ein USB-C-Kabel bei. DJI empfiehlt das separat erhältliche 65-Watt-Ladegerät.
Für die Bildübertragung kommt DJIs O4-Technik zum Einsatz, die das Livebild in 1080p mit bis zu 60 fps auf die Fernsteuerung bringt. Die Reichweite beträgt bis zu 10 km (CE) in Europa bzw. bis zu 20 km (FCC) in den USA. Die häufig beworbenen 20 km gelten hierzulande also nicht. In der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle, da Sie ohnehin nur auf Sichtweite fliegen dürfen.
Weitwinkel- und Telekamera sitzen übereinander.
Die DJI Air 3S besitzt zwei Kameras. Die Weitwinkelkamera arbeitet mit einem 1-Zoll-CMOS-Sensor mit 50 Megapixeln, einer Brennweite von 24 mm (kleinbildäquivalent), einem Sichtfeld von 84° und einer lichtstarken Blende von f/1,8. Der große Sensor fängt mehr Licht ein, was sich vor allem in der Dämmerung und bei Nacht bemerkbar macht.
Die Telekamera nutzt einen 1/1,3-Zoll-CMOS-Sensor mit 48 Megapixeln, eine Brennweite von 70 mm und eine Blende von f/2,8. Sie holt Motive dreimal näher heran als das Weitwinkel und sorgt für eine verdichtete Bildwirkung, wie man sie aus Kinofilmen kennt. Wegen des kleineren Sensors reicht ihre Bildqualität bei wenig Licht allerdings nicht ganz an die Hauptkamera heran.
Videos nehmen beide Kameras in 4K mit bis zu 60 fps auf, auf Wunsch auch als HDR-Video. Für Zeitlupen stehen in 4K 120 fps und in Full HD bis zu 240 fps zur Verfügung. Praktisch für soziale Netzwerke sind die Hochkant-Videos in 2,7K. Die Bitrate liegt bei bis zu 130 Mbit/s, gespeichert wird im MP4-Format (H.264 oder H.265).
Fotos speichert die Weitwinkelkamera mit bis zu 8.192 x 6.144 Pixeln, die Telekamera mit bis zu 8.064 x 6.048 Pixeln, jeweils als JPEG oder im RAW-Format (DNG). Laut DJI erreichen beide Kameras einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen. Helle Wolken und dunkle Schatten werden dadurch gleichzeitig sauber abgebildet.
Ambitionierte Filmer freuen sich über 10-Bit-Aufnahmen in den Farbmodi HLG und D-Log M. Letzterer ist ein flaches Farbprofil, das in der Nachbearbeitung mehr Spielraum lässt. Die ISO-Empfindlichkeit reicht bei Videos bis 12.800. Die beiliegenden ND-Filter (ND8, ND32 und ND128) wirken wie eine Sonnenbrille für die Kamera und ermöglichen auch bei hellem Sonnenlicht längere Belichtungszeiten.
Für ruhige Aufnahmen sorgt ein mechanischer 3-Achsen-Gimbal, also eine motorisierte Aufhängung, die Bewegungen der Drohne in Echtzeit ausgleicht. Die Kamera lässt sich von -90° (senkrecht nach unten) bis +60° neigen. Ein Digitalzoom ist ebenfalls vorhanden: bis 2,9-fach bei der Weitwinkel- und bis 9-fach bei der Telekamera.
Sehr gut gefällt uns der interne Speicher mit 42 GB. Sie können also auch dann filmen, wenn Sie die Speicherkarte vergessen haben. Zusätzlich gibt es einen Steckplatz für microSD-Karten, DJI empfiehlt Karten mit bis zu 512 GB. Ihre Aufnahmen übertragen Sie per QuickTransfer mit bis zu 30 MB/s kabellos auf das Smartphone, laut DJI sogar bei ausgeschalteter Drohne.
Kleine Abstriche gibt es dennoch: Die Blende ist bei beiden Kameras fest und lässt sich nicht verstellen, und mehr als 4K-Auflösung bietet die Drohne bei Videos nicht. Wer das Maximum an Bildqualität sucht, sollte sich die deutlich teurere DJI Mavic 4 Pro ansehen. Für Reisevideos und anspruchsvolle Hobbyfilmer ist die Aufnahmequalität der DJI Air 3S aber hervorragend.
Freies Panorama mit Weitwinkel- und Telekamera.
Die DJI Air 3S bringt sieben intelligente Flug- und Aufnahmemodi mit, die auch ohne viel Übung eindrucksvolle Aufnahmen ermöglichen:
ActiveTrack 360°: Die Drohne verfolgt automatisch ein ausgewähltes Motiv, etwa einen Radfahrer oder ein Auto, hält es im Bild und kann es dabei umkreisen.
QuickShots: Auf Knopfdruck fliegt die Drohne vorprogrammierte Manöver und erstellt daraus kurze Videoclips. Zur Auswahl stehen Dronie, Rocket, Kreisen, Helix, Boomerang und Asteroid.
MasterShots: Hier kombiniert die Drohne mehrere Flugmanöver hintereinander und schneidet daraus automatisch einen kleinen Film.
Hyperlapse: Zeitrafferaufnahmen, bei denen sich die Drohne während der Aufnahme bewegt. Ideal für ziehende Wolken oder den Verkehr in der Stadt.
Freies Panorama: Sie legen den gewünschten Bildausschnitt selbst fest, die Drohne nimmt mehrere Einzelbilder auf und setzt sie zu einem großen Panoramafoto zusammen. Das funktioniert mit beiden Kameras.
Wegpunktflug: Sie legen vorab eine Route mit mehreren Punkten fest, welche die Drohne anschließend selbstständig abfliegt. So lassen sich Flüge exakt wiederholen.
Tempomat: Die Drohne hält Richtung und Geschwindigkeit, ohne dass Sie die Steuerknüppel dauerhaft gedrückt halten müssen. Das sorgt für besonders gleichmäßige Kamerafahrten.
Auf den ersten Blick sieht die DJI Air 3S ihrer Vorgängerin, der DJI Air 3, zum Verwechseln ähnlich. Die Neuerungen stecken vor allem in der Hauptkamera und in der Sensorik. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Praktisch unverändert sind dagegen die Telekamera, das Gewicht (724 statt 720 Gramm), die Reichweite von bis zu 10 km (CE) und die Drohnenklasse C1. Die maximale Flugzeit fällt mit 45 statt 46 Minuten sogar eine Minute kürzer aus.
Wer bereits eine DJI Air 3 besitzt und überwiegend bei Tageslicht fliegt, muss daher nicht zwingend umsteigen. Der Wechsel lohnt sich vor allem, wenn Sie häufig in der Dämmerung oder bei Nacht filmen. Für Neukäufer ist die DJI Air 3S dank des größeren Sensors und des LiDAR die bessere Wahl. Wenn Sie lieber ohne Drohnenführerschein fliegen möchten, ist die DJI Mini 5 Pro mit unter 250 Gramm eine leichtere Alternative.
Der Lieferumfang der Fly More Combo mit DJI RC 2.
Ein Ladegerät und eine microSD-Karte sind nicht enthalten. Die Fly More Combo mit DJI RC-N3 unterscheidet sich nur durch die Fernsteuerung ohne Bildschirm. Der Standard-Variante liegen lediglich die Drohne, die DJI RC-N3 und ein Akku bei.
Die DJI Air 3S ist eine rundum gelungene Drohne der gehobenen Mittelklasse. Sie richtet sich an Reisende und anspruchsvolle Hobbyfilmer, denen die kleinen Modelle unter 250 Gramm nicht mehr genügen und die bereit sind, dafür den kleinen Drohnenführerschein zu machen.
Besonders überzeugt uns die Doppelkamera mit 1-Zoll-Sensor und 70-mm-Tele, die in 4K mit bis zu 60 fps filmt. Dazu kommen die omnidirektionale Hinderniserkennung mit LiDAR, 42 GB interner Speicher, eine Flugzeit von bis zu 45 Minuten pro Akku und eine Reichweite von bis zu 10 km (CE). In der Fly More Combo mit DJI RC 2 fliegen Sie zudem ohne Smartphone und haben gleich drei Akkus dabei.
Abstriche müssen Sie beim fehlenden Ladegerät, bei der festen Blende und beim Gewicht von 724 Gramm machen, das den Drohnenführerschein erforderlich macht. Auch der Preis ist kein Schnäppchen.
Wer häufig unterwegs ist und auch in der Dämmerung hochwertige Aufnahmen machen möchte, bekommt hier aber ein sehr stimmiges Gesamtpaket. Wir halten die DJI Air 3S für eine der vielseitigsten Drohnen ihrer Klasse und können Ihnen das Modell wärmstens empfehlen!
| Typ | Faltbare Drohne, Multicopter, Quadrocopter |
| Marke | DJI Drohnen |
| Art | Normal |
| Kamera | 4K |
| Propellerschutz | Nein |
| Gewicht | 250 g - 900 g |
| Peis | Über 500 € |
| Gimbal | Ja |
| GPS | Ja |
| Faltbar | Ja |

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