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Die DJI Avata ist eine FPV-Drohne, die DJI im August 2022 vorgestellt hat. FPV steht für „First Person View“: Sie sehen das Livebild der Drohne nicht auf einem Smartphone, sondern in einer Videobrille, und fliegen damit so, als säßen Sie selbst im Cockpit. In der hier vorgestellten Pro-View Combo sind die Videobrille DJI Goggles 2 und die DJI Bewegungssteuereinheit bereits enthalten.
Die Kamera filmt in 4K mit bis zu 60 fps und hat ein extrem weites Sichtfeld von 155°. Mit einem Akku bleibt die Drohne laut DJI ca. 18 Minuten in der Luft, die Reichweite beträgt bis zu 2 km (CE) in Europa. Die Propeller sitzen geschützt in festen Ringen, sodass die ca. 410 Gramm leichte Drohne auch leichte Kollisionen wegsteckt.
Wichtig vor dem Kauf: Die DJI Avata gibt es bei Amazon in fünf Versionen, die sich nur durch Brille und Steuerung unterscheiden. Außerdem besitzt die Drohne keine EU-Drohnenklasse, was den Einsatz deutlich einschränkt. Auf beides gehen wir in diesem Artikel ausführlich ein.
Mittlerweile sind auch die Nachfolgemodelle DJI Avata 2 und DJI Avata 360 erhältlich.
Die Pro-View Combo mit DJI Goggles 2 und Bewegungssteuereinheit.
Die Drohne selbst ist in allen Versionen identisch. Kamera, Flugzeit und Reichweite der Kameradrohne sind also immer gleich. Der Unterschied liegt allein darin, welche Videobrille und welche Steuerung im Karton liegen:
Die Pro-View Combo kostete zur Markteinführung 1.429 Euro (UVP). Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist sie bei Amazon für 639 Euro erhältlich. Die Version ohne Brille und Steuerung ist günstiger, die beiden Sets mit der RC Motion 2 sind teurer.
Die DJI Goggles 2 aus der Pro-View Combo ist die am besten ausgestattete der drei Brillen. Sie wiegt nur ca. 290 Gramm, zeigt das Bild auf zwei Micro-OLED-Displays mit je 1.920 x 1.080 Pixeln und hat mit 51° das größte feste Sichtfeld. Praktisch für Brillenträger: Die Sehstärke lässt sich direkt an der Brille von -8,0 bis +2,0 Dioptrien einstellen. Außerdem kann nur die Goggles 2 Inhalte drahtlos per WLAN streamen. Ihr Akku hängt allerdings an einem Kabel und kann in der Hosentasche getragen werden.
Die DJI Goggles Integra aus der Explorer Combo hat den Akku fest im Kopfband eingebaut. Das erspart das Kabel, macht die Brille mit ca. 410 Gramm aber schwerer. Das Sichtfeld ist mit 44° etwas kleiner, die Sehstärke wird über beiliegende Korrekturlinsen angepasst, und das drahtlose Streamen entfällt. Beide Brillen halten ca. zwei Stunden durch.
Die DJI FPV Goggles V2 aus der Fly Smart Combo ist das älteste Modell. Sie wiegt ca. 420 Gramm, und ihre Displays lösen mit 1.440 x 810 Pixeln auf. Die Akkulaufzeit beträgt ca. 110 Minuten.
Beide Steuerungen werden in einer Hand gehalten und funktionieren nach demselben Prinzip: Die Drohne fliegt dorthin, wohin Sie die Hand richten. Die DJI Bewegungssteuereinheit aus der Pro-View Combo ist das ältere Modell. Die neuere DJI RC Motion 2 besitzt zusätzlich einen kleinen Steuerknüppel, ein Einstellrad für die Kamera und kann die Drohne auch rückwärts fliegen lassen. Das geht mit der Bewegungssteuereinheit leider nicht. Gewicht (ca. 167 bzw. 170 Gramm) und Akkulaufzeit (ca. 5 Stunden) sind nahezu gleich.
Unser Rat: Wer möglichst günstig ein komplettes Set mit der besten Brille sucht, liegt mit der hier vorgestellten Pro-View Combo richtig. Ist Ihnen der Rückwärtsflug wichtig, greifen Sie zur Pro-View Combo mit der RC Motion 2.
Die Propeller sitzen geschützt in festen Ringen.
Die DJI Avata sieht anders aus als die bekannten Kameradrohnen von DJI. Sie ist nicht faltbar, dafür sehr kompakt: Die Drohne misst 180 x 180 x 80 mm. Der Akku sitzt oben auf dem dunkelgrauen Rahmen, die Kamera vorne an der Spitze.
Die vier Propeller mit jeweils fünf Blättern drehen sich in einem fest integrierten Propellerschutz. Diese Bauweise wird auch „Cinewhoop“ genannt und ist für Flüge durch enge Lücken oder zwischen Ästen hindurch gedacht. Sie eignet sich auch für Flüge in Innenräumen. Laut DJI kann die Drohne nach leichten Kollisionen einfach weiterfliegen. Wasserdicht ist sie allerdings nicht.
Mit einem Abfluggewicht von ca. 410 Gramm liegt die DJI Avata deutlich über der 250-Gramm-Grenze. Nicht so gut finden wir, dass sie keine EU-Drohnenklasse besitzt. Sie gilt als sogenannte Bestandsdrohne, und eine nachträgliche Zertifizierung ist nicht möglich. Das hat spürbare Folgen: Seit dem 1. Januar 2024 darf die Drohne nur noch in der Unterkategorie A3 fliegen. Das bedeutet weit weg von unbeteiligten Menschen und mit mindestens 150 Metern Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten.
Für den Betrieb benötigen Sie derzeit den kleinen Drohnenführerschein (EU-Kompetenznachweis A1/A3), den Sie online erwerben können. Außerdem müssen Sie sich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren und Ihre Registrierungsnummer als feuerfestes Drohnen-Kennzeichen an der Drohne anbringen. Eine Drohnen-Versicherung ist in Deutschland für jede Drohne Pflicht.
Bitte beachten Sie auch: Wenn Sie mit der Videobrille fliegen, sehen Sie die Drohne nicht mehr direkt. Deshalb muss eine zweite Person als Beobachter neben Ihnen stehen und die Drohne im Blick behalten. Die maximale Flughöhe beträgt 120 Meter. Alle Details finden Sie in unserem Artikel zur EU-Drohnenverordnung.
Die DJI Avata ist für rasante Flüge durch enge Passagen gebaut.
Zur Positionsbestimmung nutzt die DJI Avata die Satellitensysteme GPS, Galileo und BeiDou. An der Unterseite sitzen zwei Sichtsensoren und ein Infrarotsensor, die den Abstand zum Boden messen. Dadurch schwebt die Drohne im Normal- und Sport-Modus selbstständig auf der Stelle, sobald Sie die Steuerung loslassen.
Eine Hinderniserkennung nach vorne, hinten oder zur Seite besitzt die DJI Avata leider nicht. Die Drohne weicht Hindernissen also nicht selbstständig aus. Für den Notfall gibt es eine Notbremse: Auf Knopfdruck stoppt die Drohne und bleibt in der Luft stehen.
Sehr gut gefällt uns die Return-to-Home-Funktion. Die Drohne kehrt auf Wunsch selbstständig zum Startpunkt zurück. Für den Fall, dass die Funkverbindung abreißt, legen Sie vorab fest, ob sie zurückkehren, landen oder schweben soll. Ein eingebauter ADS-B-Empfänger warnt zudem vor bemannten Flugzeugen in der Nähe, und über die Funktion Meine Drohne finden lässt sich eine abgestürzte Drohne leichter orten.
Geflogen wird in drei Stufen: Im Normal-Modus erreicht die Drohne bis zu 28,8 km/h (8 m/s), im Sport-Modus bis zu 50,4 km/h (14 m/s) und im manuellen Modus bis zu 97,2 km/h (27 m/s). Den manuellen Modus können Sie mit der Pro-View Combo allerdings nicht nutzen (dazu mehr im nächsten Abschnitt). DJI gibt einen Windwiderstand von bis zu 38,5 km/h (10,7 m/s) an.
Ein Punkt, den Sie kennen sollten: Die DJI Avata ist im Flug sehr laut. Für unauffällige Flüge ist sie daher nicht geeignet.
Gesteuert wird mit Videobrille und einer Hand.
Die Steuerung ist die große Besonderheit der DJI Avata. Mit der DJI Bewegungssteuereinheit richten Sie Ihre Hand einfach in die gewünschte Richtung. In der Brille zeigt ein Punkt an, wohin die Drohne fliegen wird, und per Gashebel geht es vorwärts. Das ist deutlich leichter zu lernen als eine klassische Fernsteuerung mit zwei Knüppeln und daher ideal für Einsteiger.
Die DJI Goggles 2 zeigt das Livebild in 1080p mit bis zu 100 fps. Die Verzögerung liegt laut DJI bei nur ca. 30 Millisekunden. Über die Kopfsteuerung folgen Drohne und Kamera auf Wunsch sogar Ihren Kopfbewegungen. Für die Einrichtung und für Updates verbinden Sie Ihr Smartphone per Kabel mit der Brille und nutzen die App DJI Fly.
Eine Einschränkung gibt es: Der manuelle Modus, in dem alle Flughilfen abgeschaltet sind und Flips und Rollen möglich werden, funktioniert mit der Bewegungssteuereinheit nicht. Dafür benötigen Sie die separat erhältliche DJI FPV Fernsteuerung 2, die in keinem der Sets enthalten ist. Brillen und Steuerungen anderer Hersteller unterstützt die DJI Avata nicht.
Beim Flug mit Brille muss eine zweite Person die Drohne beobachten.
Die Flugzeit der DJI Avata beträgt laut Hersteller ca. 18 Minuten pro Akku. Dieser Wert wurde im Schwebeflug ohne Wind gemessen. Bei schnellen Flügen sollten Sie also mit weniger rechnen. Im Lieferumfang der Pro-View Combo befindet sich nur ein Akku.
Der Li-Ion-Akku (14,76 V, 2.420 mAh) lässt sich nicht in der Drohne laden, sondern muss dafür entnommen werden. Eine vollständige Ladung dauert ca. 48 Minuten. Wir empfehlen Ihnen, gleich weitere Akkus einzuplanen. DJI bietet dafür ein Fly More Kit mit zusätzlichen Akkus und einer Ladestation für bis zu vier Akkus an.
Für die Bildübertragung kommt DJIs O3+-Technik zum Einsatz. Die Reichweite beträgt bis zu 2 km (CE) in Europa bzw. bis zu 10 km (FCC) in den USA. Die bei Amazon beworbenen 10 km gelten hierzulande also nicht. In der Praxis spielt das eine geringere Rolle, als es klingt, denn Ihr Beobachter muss die Drohne ohnehin jederzeit sehen können.
In der DJI Avata steckt ein 1/1,7-Zoll-CMOS-Sensor mit 48 Megapixeln. Das Objektiv hat eine feste Blende von f/2,8 und ein superweites Sichtfeld von 155°. Dadurch wirken die Aufnahmen besonders dynamisch und nah am Geschehen.
Videos nimmt die Drohne in 4K mit bis zu 60 fps auf. Für Zeitlupen stehen in 2,7K und Full HD mit der Goggles 2 bis zu 100 fps zur Verfügung. Die Bitrate liegt bei bis zu 150 Mbit/s, gespeichert wird im MP4-Format. Für die Nachbearbeitung gibt es neben dem Standard-Farbprofil das flachere D-Cinelike.
Die Kamera hängt an einem mechanischen 1-Achsen-Gimbal, also einer motorisierten Aufhängung, die Nickbewegungen der Drohne ausgleicht. Sie lässt sich von -80° bis +65° neigen. Den Rest übernimmt die elektronische Bildstabilisierung: RockSteady beruhigt das Bild, HorizonSteady hält zusätzlich den Horizont gerade. Die typische Verzerrung des Weitwinkelobjektivs lässt sich in drei Stufen korrigieren.
Sehr gut gefällt uns der interne Speicher von 20 GB. Sie können also auch ohne Speicherkarte sofort filmen. Zusätzlich nimmt die Drohne eine microSD-Karte mit bis zu 256 GB auf. Die Aufnahmen werden in der Drohne selbst und damit in voller Qualität gespeichert.
Für Fotos ist die DJI Avata weniger gedacht. Bilder speichert sie mit 12 Megapixeln (4.000 x 3.000 Pixel) und nur im JPEG-Format. Ein RAW-Format, einen Zoom, Hochkant-Aufnahmen oder einen Nachtmodus gibt es leider nicht. DJI selbst empfiehlt Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen.
Automatische Aufnahmemodi wie QuickShots, eine Motivverfolgung, Hyperlapse oder einen Wegpunktflug bietet die DJI Avata nicht. Hier fliegen Sie selbst, und genau das macht den Reiz dieser Drohne aus. Folgende Flugmodi und Funktionen stehen zur Verfügung:
Normal-Modus: Die Drohne fliegt mit bis zu 28,8 km/h und schwebt selbstständig, sobald Sie die Steuerung loslassen. Der richtige Modus für die ersten Flüge.
Sport-Modus: Hier reagiert die Drohne direkter und wird bis zu 50,4 km/h schnell. Das automatische Schweben bleibt erhalten.
Manueller Modus: Alle Flughilfen sind abgeschaltet, die Drohne erreicht bis zu 97,2 km/h. Dieser Modus ist nur mit der separat erhältlichen DJI FPV Fernsteuerung 2 nutzbar und erfordert viel Übung.
Notbremse: Auf Knopfdruck stoppt die Drohne sofort und schwebt auf der Stelle.
Kopfsteuerung: Mit der DJI Goggles 2 folgen Drohne und Kamera Ihren Kopfbewegungen.
Schildkrötenmodus: Landet die Drohne nach einem Sturz auf dem Rücken, dreht sie sich selbst wieder um und kann weiterfliegen.
Return-to-Home: Die Drohne kehrt selbstständig zum Startpunkt zurück.
Mit der DJI Avata 2 gibt es einen Nachfolger, bei dem an vielen Stellen nachgebessert wurde. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Der größte Unterschied ist die Drohnenklasse. Wer auch in der Nähe von Wohngebieten fliegen möchte, kommt an der Avata 2 nicht vorbei. Dafür ist sie im Set mit Brille und Steuerung deutlich teurer: Die UVP der Fly More Combo mit einem Akku liegt bei 999 Euro. Wenn Sie ohnehin nur auf freiem Feld und weit weg von Häusern fliegen, bekommen Sie mit der ersten DJI Avata ein vollwertiges FPV-Set für wesentlich weniger Geld.
Wem es vor allem um Geschwindigkeit geht, der kann sich auch die größere und schwerere DJI FPV ansehen, DJIs erste FPV-Drohne.
Der Lieferumfang der Pro-View Combo.
Eine microSD-Karte und die DJI FPV Fernsteuerung 2 sind nicht enthalten. Die anderen Sets unterscheiden sich nur bei Brille und Steuerung: In der Fly Smart Combo liegt die DJI FPV Goggles V2 bei, in der Explorer Combo die DJI Goggles Integra mit der DJI RC Motion 2. Die Version „DJI Avata“ enthält weder Brille noch Steuerung.
Die DJI Avata Pro-View Combo ist ein flugfertiges FPV-Set für alle, die das Fliegen aus der Cockpit-Perspektive ausprobieren möchten, ohne sich erst monatelang in die Technik einzuarbeiten. Dank der Bewegungssteuerung gelingen die ersten Flüge auch ohne Vorkenntnisse.
Besonders überzeugen uns die hochwertige Videobrille DJI Goggles 2, die Kamera mit 4K bei bis zu 60 fps und 155° Sichtfeld, die gute Bildstabilisierung, der interne Speicher von 20 GB und der robuste Aufbau mit integriertem Propellerschutz. Dazu kommt der Preis, der weit unter der früheren UVP liegt.
Dem stehen deutliche Schwächen gegenüber: Die Drohne hat keine EU-Drohnenklasse und darf nur mit 150 Metern Abstand zu Wohngebieten fliegen. Die Flugzeit von ca. 18 Minuten ist knapp, es liegt nur ein Akku bei, und die Reichweite beträgt in Europa nur bis zu 2 km (CE). Mit der beiliegenden Bewegungssteuereinheit sind zudem weder Rückwärtsflug noch der manuelle Modus möglich.
Wir empfehlen die DJI Avata Pro-View Combo daher allen, die günstig in das FPV-Fliegen einsteigen möchten und genügend freie Fläche abseits von Wohngebieten zur Verfügung haben. Wer flexibler sein möchte, ist mit der DJI Avata 2 und ihrer C1-Klasse besser beraten.
| Typ | Faltbare Drohne, Multicopter, Quadrocopter |
| Marke | DJI Drohnen |
| Art | Normal |
| Kamera | 4K |
| Propellerschutz | Ja |
| Gewicht | 250 g - 900 g |
| Peis | Über 500 € |
| Gimbal | Ja |
| GPS | Ja |
| Faltbar | Nein |

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